Buchdetails

Fürst, Johann Evangelist

Der verständige Bauer Strüf. Eine Familiengeschichte. Allen Ständen zum Nutzen und Interesse besonders aber jedem Bauer und Landwirthe in den Jahren zunehmender Theuerung ein Lehr- und Exempelbuch

Straubing, F. S. Lerno’schen Schriften, 1817

Bemerkungen: Seltene Erstausgabe in 2 Bänden - Johann Evangelist Fürst (1784 - 1846) erzielte 1817 mit seinem „Bauer Strüf“ eine weite Verbreitung in der ländlichen Kultur seiner Zeit. Meist der sog. Hausvaterliteratur zugerechnet übersteigt dieses im Stile einer dialogisch angelegten Erzählliteratur wissensreiche Kompendium landwirtschaftlich-forstökonomischen Wissens seiner Zeit dieses Genre bei Weitem. Es gibt umfassenden Einblick in die Agrarkultur der Zeit versehen mit unzähligen Erfahrungsschätzen zur Steigerung von Produktivität und Ökonomie in der Hof- und Hauswirtschaft. Grund für die weite Verbreitung dieses Werkes war die Wahl des Erzählstils, durch den das dargebrachte Wissen gewissermaßen seine agrarpädagogische Methode fand. „Johann Evangelist Fürst wurde am 28. Dezember 1784 im niederbayerischen Frauendorf bei Vilshofen als sechstes Kind der Bauerseheleute Michael und Katharina Fürst geboren... Im Wesentlichen geht es um die Geschichte der Familie von Simon ‘Strüf’ – ein so genanntes Anagramm zu ‘Fürst’ und somit auf Johann Evangelists Bruder gemünzt – und seiner Ehefrau Theres im fiktiven ostniederbayerischen Ort ‘Lichtendorf’. Die Strüfs schaffen es in schwieriger Zeit zu Wohlstand zu kommen... (Sie) nutzen (die) rationelle Verbesserungen in der Feld-, Wiesen-, Garten-, Haus- und Hofwirtschaft mit Obst-, Gemüse-, Kräuter-, Flachs-, Ölpflanzen-, Hopfen- und Tabakanbau, Obstbaum-, Vieh- und Bienenzucht, Unkraut- und Schädlingsvernichtung sowie vermehrtem Düngemitteleinsatz u.a. (Fürst) stellte... (auf seinen Gütern) im Frühjahr 1820 den ehemaligen Schlossgärtner von Irlbach bei Straubing, Herbert Rudolph Diecker, an, der aus dem friesischen Emden stammte und sieben Jahre in Fürsts Diensten blieb. Ab Herbst 1821 schickte er diesen besonders in Pomologie fachkundigen und belesenen Mann durch ganz Bayern für eine Bestandsaufnahme in Sachen Obstkultur und auch zum Erfahrungsaustausch mit Freunden der Gartenkultur. Diecker hatte weit reichende Verbindungen zu Deutschlands führenden Pommologen der Zeit – z. B. dem Arzt Adrian Diel im rheinischen Diez an der Lahn, der 1819 erst ein neunbändiges ‘System der in Deutschland vorkommenden Kernobstarten’ abgeschlossen hatte, ferner dem Württemberger Pfarrer Johann Ludwig Christ, dem Thüringer Pfarrer Johann Volkmar Sickler, Verfasser von ‘Der teutsche Obstgärtner’, oder dem fränkischen Adeligen Christian Freiherr Truchseß von Wetzhausen zu Bettenburg. Dadurch gelang es Fürst, aus vielen Baumschulen im In- und Ausland alle möglichen Sorten von Kern- und Steinobst nach Frauendorf zu holen. Am 11. November 1846 starb der bayerische Obst- und Gartenbau-Förderer, Unternehmer, Publizist und Volksaufklärer Johann Evangelist Fürst im Alter von fast 62 Jahren in Au bei München, wo er offenbar bei seinem dort als Arzt tätigen Sohn Karl August (geboren 1807) Linderung von Krankheiten erhoffte. Das Gut in Frauendorf wurde von einem anderen Sohn Johann Evangelists, dem schon erwähnten Eugen Fürst (1822-1877), einem gelernten Buchdrucker, weitergeführt...“ (Ronald Schmid M.A.) Diese Erstausgabe erschien 1817 in 2 Buchteilen. Bereits 1819 erschien die 2. Auflage des „Bauer Strüf“ in einer vermehrten Auflage; die dritte Auflage von 1821/ 23 umfasste dann schon einen 3. Buchteil. Unter leicht geändertem Titel gab es zur 5. Auflage 1841 einen weiteren 4. Buchteil.

Beschreibung:

a. Buchband 1: Pergamenteinband der Zeit mit Randprägung; abgerissenem Buchrücken. Format/ Einband 18 x 11 cm; 504 Seiten mit einem ganzseitigen gestochenen Frontispiz, einem Titelkupfer sowie zahlreichen gestochenen Vignetten und einigen Textholzschnitten mit Abbildungen land- und gartenwirtschaftlicher Gerätschaften und des bäuerlichen Hauswesens. Papier durchgehend mit Gebrauchsspuren und mit wenigen kleinen Flecken; Randanstreichungen im 19 Kap; ansonsten ein vollständiges gut lesbares und im Innenteil unbeschädigtes Exemplar.

b. Buchband 2: Halbleinen jüngerer Zeit. Format/ Einband 18 x 11 cm; 614 Seiten mit einem ganzseitigen gestochenen Frontispiz, einem Titelkupfer sowie zahlreichen gestochenen Vignetten und einigen Textholzschnitten mit Abbildungen land- und gartenwirtschaftlicher Gerätschaften und des bäuerlichen Hauswesens. Ex libris eingeklebt vorne, Papier durchgehend mit Gebrauchsspuren, mit wenigen kleinen Flecken und Wasserrändern auf wenigen Seiten. Frontispiz mit geklebtem Einriss (bräunliche Klebestreifenspur ca. 5 cm rechts außen), S. 401/402 und 613/614 mit Eckenabriss oben ohne Textverlust, minimale Wurmspur auf S. 609-614; ansonsten ein vollständiges gut lesbares Exemplar.

BNr. 009

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